Reha Familien

Die Idee

Die Familie ist der Patient

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 1.800 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. Etwa doppelt so viele werden mit einem schweren Herzfehler geboren. Jeder einzelne Fall ist ein Schock. Der Alltag des Kindes und der Familie verändert sich entscheidend durch die Diagnose der lebensbedrohenden Erkrankung. Aus dieser Tatsache erwächst unsere
Aufgabe.

Deshalb hat die Katharinenhöhe das Konzept der familienorientierten Rehabilitation entwickelt. Es ist – im Gegensatz zur traditionellen, patientenorientierten Sichtweise – auf die Gesamtfamilie ausgerichtet.

Familienorientierte Rehabilitation sichert zunächst den medizinischen Heilungserfolg des Kindes. Es wird physisch und psychisch gestärkt, indem man wieder ein stimmiges und tragfähiges familiäres Gleichgewicht herstellt.

Doch familienorientierte Rehabilitation ist noch mehr. Sie unterscheidet sich
von der traditionellen patientenzentrierten Sichtweise und reagiert auf Probleme, die in der Gesamtfamilie entstehen. Denn die Familie ist selbst Patient.

Ein erschreckender Erfahrungswert bestätigt diese „Familien-Diagnose”.
So leiden etwa 30 Prozent der Eltern und viele der jüngeren Geschwister an somatischen und psychosomatischen Symptomen. Der Patient und seine Familie müssen zur Normalität zurückfinden, Vertrauen wieder aufbauen und unter Umständen mit Behinderungen leben lernen.

Für die Klinik bedeutet dies, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Familie wieder Zeit hat, Kraft zu schöpfen, aufzutanken und im familiären Miteinander ein Stück Leben nachzuholen, das ihr während der Zeit der Therapie durch die oft weiten Wege zur Akutklinik entgangen ist. Zugleich erhalten alle Familienmitglieder medizinische Maßnahmen wie Diagnose und Therapie sowie gesundheitsfördernde Angebote wie Aufklärung und Beratung.

Doch ein familienorientiertes Betreuungskonzept umfasst nicht nur gesundheitliche, sondern auch psychosoziale Rehabilitation. So werden die Eltern und Geschwister zu mitbetreuten Familienangehörigen.