Reha Jugendliche und junge Erwachsene

Aktivitäten

Kreativität als Selbsterfahrung

Kreativ sein, Ideen entwickeln und verwirklichen, mit eigenen Händen gestalten, neue Seiten an sich entdecken, Fertigkeiten wieder zum Leben erwecken – das sind wichtige Bausteine einer erfolgreichen Rehabilitation. Beim gemeinsamen Werken entstehen nicht nur kleine Kunstwerke und Erinnerungsstücke, sondern auch Austausch und neue Erfahrungen. Vor allem aber entsteht zwangloser Spaß in der Gruppe. Gemeinsames Lachen über kleine Missgeschicke gehört dazu, und umso größere Freude über die Erfolge des gemeinsamen Tuns.

Der gut ausgestattete Werkraum mit Holzwerkstatt sowie die Specksteinwerkstatt bieten Raum für solche Aktivitäten, die teils unter Anleitung, teils in freier Gestaltung ausgeführt werden.

Auf Leinwand (Keilrahmen) oder mit Keramik künstlerisch gestalten, phantasievolle Perlenketten basteln oder handwerkliches Geschick bei Holzarbeiten erproben – das gehört zum Programm fast jeder Rehabilitation. Unter Anleitung werden Silberringe, Teller, Tassen, Müslischalen, Schmuck, T-Shirts, Lichterketten gestaltet oder Mappen gebaut. Auch Naturkosmetik bieten wir an.

Unsere Musikprojekte sind fast schon legendär. Ein fetziges Stück, das gemeinsam einstudiert wird, erhält beim Abschlussfest am Ende der Reha tosenden Applaus. Ein witziges Video schafft bleibende Erinnerungen, künstlerische Projekte können einen dauerhaften Platz in der Jugendarena finden.

Hier ein Beispiel für die Kreativität einer Reha mit jungen Erwachsenen:

Werkraum

Projekte

Gedicht von M. N.

Teilnehmerin der Reha für junge Erwachsene Juli 2009 und Februar 2010

Liebe JuWas, es ist soweit.
Die letzten Tage: Abschiedszeit!
Da hilft kein Weh und auch kein Klagen.
Ein jeder von uns muss es ertragen.
Nach vier langen Wochen Reha-Zeit
Denk ich, sind wir nun für Zuhause bereit.

Auf dem Oberkatzensteig
liegt die Katha, der Blick schweift weit
Über Bäume, Berge, Schnee
und im Sommer den grünen Klee.
Viele Menschen haben’s geschafft
und uns Spaß auf den Berg gebracht.

Die Katha, das ist unser Energizer,
für’s weitere Leben, vielleicht sind wir weiser
geworden im winterlichen Schwarzwald.
Wir haben es nötig, denn manchmal kriecht kalt
Die Angst vor dem Eigenleben der Zellen
In uns hinein. Manchmal Schmerzenswellen.

Das ist gemein! Warum gerade wir?
Das Leben ist bitter. Ist Gott noch bei mir?
Wir hadern mit Vielem. Das tut nicht gut.
In der Katha suchten wir neuen Mut.
Zu ertragen was uns gerade geschieht
Und zu kämpfen für ein neues Lied!

Unser Henning war immer für uns da.
In Gruppengesprächen und auch so, ganz klar!
Das Da-Sein, das Hören, das lernten wir.
Achtsames Schauen fanden wir bei Dir.
Die Gruppe ist mehr als die einzelnen Wesen.
Durch geteiltes Leid kann das Kranke genesen.

Almut, unser Werwolfs-Oberhaupt –
mit Energie und Spaß und jeder glaubt
Nun sicher, dass Du die schnellste bist:
Beim Kartfahren, hast uns überrundet mit List.
Du zeigst, was auch uns gelingen kann:
Du stehst für den Kampf und den Elan.

Genau so wie Du, Dani, unser Yoga-Meister.
Konntest viele für die Übungen begeistern.
Wenn’s gelingt, dass in uns die große Ruh’
Sich ausbreitet, so hast sicher Du
Einen großen Anteil an diesen Sachen.
Du machtest und Lust auf ein herzliches Lachen.

Tobi, das war Deine letzte Reha,
ein super Praktikant, ist doch klar!
Der liebe Mogli mit den dunklen Haar’n,
Talentfrei für Badminton, trotzdem kamen in Schar’n
die JuWas wenn Du im Werkraum warst.
Das Beste für die Zukunft und für’s Studium viel Spaß!

Raphael, unser Gitarren-Held!
Deine Musik eröffnet eine neue Welt.
Aus jedem Geräusch zauberst Du Melodie.
Und Dein Zauber hilft uns, wir spüren wie
Deine samtene Stimme in uns innerlich wiegt
und Frieden in uns’ren Herzen liegt.

Sabine, 2009 warst Du mein Ansprechpartner.
Jetzt betreust Du die JuKus und gabst ihnen Rat hier
Und dort, wo’s Deiner Hilfe bedurfte.
Wir schätzen Dich hoch, wer Dich erleben durfte
Dem geht es genau so. Wir wünschen Dir
Noch viele erfüllte Jahre hier.

Jörg, der Mann an der Kletterwand.
Machtest Mut uns und jeder fand
sich immer in sicheren Händen bei Dir.
Ein Sprung aus der Höhe fiel nicht schwer,
Wenn Du nur unten am Boden standest
Und uns absichertest mit ruhiger Hand.

Ihr alle zusammen – Ihr macht es komplett:
Unser JuWa-Team, so unheimlich nett,
kompetent, witzig und manchmal schräg.
Ihr begleitet uns nun auf unserem Weg.

Ihr wisst, wie schwer’s für uns sein kann,
zurück in’s Leben. Ich hoffe, ich kann
künftig, was ich gelernt, nicht vergessen,
sondern täglich auf’s Neue mich an dem messen
was die Katha an Sport, an Schwung und an Kraft
uns geschenkt hat – wie neuer Lebenssaft.

Wir machen Platz, wir verlassen Euch heut.
Wir erinnern uns gern an die heilsame Zeit.
Wir sind froh, es gibt einen Ort wie diesen
Wo die Angst geht und wo wir eine Riesen-
Portion an Zuversicht durften tanken.

Wir wollen Euch dafür ganz herzlich danken!