Katharinenhöhe

Presse

Reden und Sorgen miteinander teilen

Bild: Hajek

Furtwangen – Plaudernd sitzt Johannes Schmidt mit einigen Eltern im Foyer der Katharinenhöhe. Die Stimmung ist locker, man kennt sich seit vier Wochen, kam sich näher, aber heute ist Abschiedsabend.

Gespräche, einzeln, paarweise oder in Gruppen sind wichtiger Bestandteil der Reha auf der Katharinenhöhe. Johannes Schmidt (Zweiter von links) begleitet Familien durch den vierwöchigen Aufenthalt.

Johannes Schmidt, Leiter des pädagogischen Teams in der Rehabilitationsklinik der Arbeiterwohlfahrt, hat die Familien mit krebskranken Kindern vier Wochen lang begleitet, ihre Sorgen geteilt und mit ihnen nach Möglichkeiten gesucht, nach dem Schock der Erkrankung neu durchzustarten.
Vier psychosoziale Mitarbeiter betreuen die Familien. Schon im Vorfeld wird aufgeteilt, wer für welche Familie zuständig ist. Am Beginn der Reha steht der „Kennenlern-Abend“ mit Unterhaltung und Spielen, man beschnuppert sich, Wünsche und Erwartungen werden besprochen.

Johannes Schmidt kümmert sich vor allem um die Eltern. Gespräche in Gruppen, Paar- oder Einzelgespräche, Entspannungsübungen und autogenes Training gehören dazu. Die Gesprächstermine sind freiwillig, „Wir üben keinen Druck auf die Eltern aus, doch die meisten nutzen die Gelegenheit, sich ihre Sorgen von der Seele zu reden“. Auch wenn seine Zielgruppe die Erwachsenen sind, ist es für Johannes Schmidt wichtig, die ganze Familie zu kennen, und so schaut er immer wieder auch in die Kindergruppen, beobachtet die Kinder „seiner“ Familien. Entspannung findet Johannes Schmidt in der Musik. Der Freiburger ist seit über 20 Jahren in der Gruppe „Bluesquamperfect“ Schlagzeuger und Sänger. In einer Probe erfuhr der Sozialarbeiter vor 17 Jahren von einer freien Stelle auf der Katharinenhöhe, bewarb sich und bekam den Job. Eine Entscheidung, die er noch nie bereute. „Ein ganz großartiges Team“ bezieht er in die gute Zusammenarbeit die Mitarbeiter aller Sparten mit ein.

Die Aufgaben sind nicht immer leicht, aber vielfältig und sinnvoll. Vor allem schätzt er es, dass auf der Katharinenhöhe in das „System Familie“ investiert wird. Das lohne sich immer, abgesehen von der Krankheit der Kinder. Aus der Erfahrung früherer Arbeit weiß Schmidt um die Probleme von Jugendlichen, deren Familien nicht rechtzeitig unterstützt wurden. Johannes Schmidt ist Leiter des pädagogischen Teams mit insgesamt rund 15 Mitarbeitern.

Personalplanung, Urlaubseinteilung, die Verwaltung der entsprechenden Kostenstellen gehören zu den Aufgaben, die im Hintergrund ablaufen – wenigstens aus der Sicht der Gäste und Patienten. Darüber hinaus ist Schmidt zusammen mit dem Arzt Siegfried Sauter Beauftragter für das Qualitätsmanagement. Von Schmidts musikalischen Talenten profitiert die „Katha“ regelmäßig bei Begrüßungs- und Abschiedsabenden sowie bei anderen Festen. Da wird viel musiziert, ganz spontan bildet sich zu solchen Anlässen eine „Hausband“. Und bei „Bluesquamperfect“ hat die Unterstützung der Katharinenhöhe durch Benefizkonzerte eine lange Tradition.