Katharinenhöhe

Presse

Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter besucht Katharinenhöhe

Furtwangen, 25. Januar 2014


“Reha stellt Weichen für künftiges Leben”
Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter besucht Katharinenhöhe/Bessere Heilungschancen

„Durch die Krankheit werden Lebensentwürfe umgeworfen, die Reha stellt Weichen für das künftige Leben“ erläuterte Stephan Maier, Leiter der Katharinenhöhe, gestern Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Sie war zu einem Informationsbesuch in die Rehaklinik gekommen.
Unter anderem wollte sie wissen, ob die Heilungschancen für die jungen Patienten größer geworden seien. Siegfried Sauter, der ärztliche Leiter der Klinik, bejahte das. Allerdings seien neue medikamentöse Ansätze, bei denen in die Steuerungsprozesse der Zellen eingegriffen werde, für den Erwachsenenbereich schon weiter entwickelt. Das Problem sei auch, dass die Langzeitfolgen eher noch gravierender geworden seien und gerade junge Patienten mit erheblichen Belastungen und funktionellen Einschränkungen in das Erwachsenenleben treten würden. Auch das Risiko einer bösartigen Zweiterkrankung sei gestiegen. Allerdings gebe es dennoch eine Reihe von Patienten , die nach jahrelangem Kampf einen dauerhaft krebsfreien Zustand erreichten.
Dass die Betreuung durch die Akutkliniken früher engmaschiger gewesen sei, stellte Stephan Maier fest. Die Kinder seien nach der Erstbehandlung früher und länger wieder zu Hause. Dadurch werde die Reha noch wichtiger. Maier betonte, dass die Katharinenhöhe vor allem für Patienten mit Knochen- und Hirntumoren eine Menge getan habe, vom Gangparcours bis zum Fußball- und Basketballplatz. Oft müssten hier auch erst einmal die Hirnleistungen getestet werden, was eigentlich Aufgabe der Akutklinik sei.
Ein zweiter Fokus der Klinik liege auf dem Thema Adoleszenz, meinte Siegfried Sauter. In anderen Kliniken tue man sich mit dem Thema schwer. „Wenn ein Jugendlicher in einem Stuhlkreis mit 60-Jährigen sitzt, ist das nicht gerade ideal.“ Dabei träten gerade in der Altersgruppe der Heranwachsenden die meisten Knochentumore auf, mit oft gravierenden Auswirkungen. Hier stehe die Reha in einer besonderen Verantwortung. Wichtig sei auch, dass sie für die Patienten „cool“ sei und Spaß mache.
Auf die Frage von Rita Schwarzelühr-Sutter, welche Auswirkungen die Erkrankung auf Arbeit und Beruf habe, meinte Maier, neben den Patienten seien auch die Väter oft betroffen, so fragten viele, ob sie zwischendurch auch wieder zurück könnten. Maier schilderte das Beispiel eines Automechanikers, der sich eine längere Abwesenheit von seinem Betrieb nicht leisten konnte. Am Ende habe er die Reha aber nur drei Tage unterbrochen. „ Als er hier war, hat er gemerkt, dass er das auch braucht.“ Maier betonte, auch nach der Reha werde Kontakt zu den Patienten gehalten, viele suchten auch noch nachträglich Rat bei der Klinik. Und noch während der Reha gebe es viele Telefonate nach außen, auch zu Arbeitgebern.
Kreisrat Lukas Duffner meinte, für die Arbeit der Rehaklinik gebe es auch eine hohe Anerkennung, wenn man mit betroffenen Eltern spreche.
Am Ende sprach Rita Schwarzelühr-Sutter noch das Thema Sterbebegleitung an. Stephan Maier erläuterte, die meisten Kinder stürben in der Akutklinik oder zu Hause. „Und die meisten Eltern kämpfen bis zuletzt um das Leben ihrer Kinder“; der Wunsch, dies vorzeitig zu beenden, sei äußerst selten.


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