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Der Europa-Park im Kleinformat

Alles andere als alltägliche Geschenke: Modellbauer Leopold Schulthess übergab drei Lego-Parkattraktionen an Barbara Dickmann (links) und Marianne Mack vom Förderverein Santa Isabel. An den Nachbauten sollen sich jetzt die jungen Patienten der Nachsorgeklinik Katharinenhöhe erfreuen. (Foto: Europa-Park)

Rust - Eine ganz besondere Spende erreicht die Familien-Nachsorgeklinik Katharinenhöhe: riesige Karussells aus Lego-Steinen, die ein Elfjähriger zusammengebaut hat. Er übergab die Lego-Bauwerke jetzt an die Familie Mack im Europa-Park.

Jeden Monat Besuch im Park

Leopold Schulthess ist glühender Fan des Europa-Parks. Jeden Monat besucht der Schüler aus Freiburg mindestens einmal die Achterbahnen und anderen Attraktionen in Rust. Kein Wunder: Sein Vater Claudio arbeitet in der Freizeiteinrichtung, der Park gehört quasi zur Familie. Doch Leopold setzt sich nicht nur gerne selbst in die flotten Bahnen, er baut diese auch leidenschaftlich gerne nach. Am liebsten mit Lego-Steinen. Vor allem seit der Park wegen Corona geschlossen ist.

Tagelang tüftelte der Schüler dann in seinem Kinderzimmer und setzte Achterbahnen, Riesenräder und Karussells zusammen, aus Hunderten kleinen, bunten Steinchen. So lange, bis alles passte und die Fahrgeschäfte möglichst originalgetreu dem gleichen, was in Rust tatsächlich steht. "Drei Wochen kann das schon dauern, bis ein Modell fertig ist", berichtet der aufgeweckte Junge.

Ganze Sammlung voller Lego-Kunstwerke

Während andere Kinder ihre Bauprojekte aus Lego-Steinen nach einiger Zeit wieder einreißen und daraus Neues basteln, haben die Kunstwerke von Leopold Bestand: "Ich lasse die fertigen Teile am liebsten zusammen. Sie wieder auseinanderzubauen, finde ich doof", meint er. Und hat sich so im Laufe der Jahre eine ganze Sammlung von Lego-Konstruktionen zugelegt. Entsprechend kommt er in Platznot: "Im Keller habe ich schon drei Regale randvoll mit Lego", erzählt der begeisterte Bastler.

Aber was nun tun mit den fertigen Modellen, die zu Hause keinen Platz mehr finden? Die Antwort fand Leopold gemeinsam mit seiner Mutter Stefanie. Sie schlug vor, drei große Lego-Modelle an die Reha-Klinik Katharinenhöhe in Schönwald zu spenden, wo schwer kranke Kinder mit ihren Eltern und Familien gemeinsam wieder auf die Beine kommen können (siehe Info).

"Großartiges Geschenk" für das Reha-Zentrum Katharinenhöhe

"Das ist eine tolle Idee. Ich war zwar noch nicht in dieser Einrichtung, aber ich habe viel darüber gelesen. Dass die Eltern bei ihren kranken Kindern sein können, wenn es ihnen nicht gut geht, finde ich super", sagt der Elfjährige, der selbst drei Geschwister hat. Dorthin wollte er also seine drei Riesen-Lego stiften. Per Mail wurde Marianne Mack informiert, die über ihren Förderverein Santa Isabel der Katharinenhöhe sehr verbunden ist. Und die Vorsitzende des Fördervereins war natürlich sofort begeistert über diese ganz besondere Unterstützung: "Das ist ein großartiges Geschenk!"

Leopold und seine Eltern packten deshalb die Achterbahn, ein Riesenrad und ein Karussell ins Auto und übergaben sie diese Woche im Park an Marianne Mack. Die Vorfreude der Kinder auf die neuen Lego-Spielsachen sei schon groß. Für seine ungewöhnliche Idee bekam Leopold Schulthess ein großes Dankeschön.

Jetzt haben die Reha-Kinder in Schönwald einen Mini-Erlebnispark zum Spielen – und Leopold bei sich zu Hause wieder Platz für neue Ideen. Denn der Siebtklässler sprüht nur so vor Einfällen. Was er später mal werden will? "Na, Erfinder, natürlich!"

Copyright: Lahrer Zeitung