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Ein Wort: "Sensationell!"

Mit diesem Foto, das Marianne Mack mit ihrem Mann Roland, Tochter Ann-Kathrin und den beiden Söhnen Thomas (links) und Michael zeigt, haben die beiden "Jungs" ihrer Mutter am 6. April öffentlich zum 71. Geburtstag gratuliert. Foto: Twitter/M. Mack

Rust/Schönwald. Mehr als eine halbe Million Euro haben Leser der Lahrer Zeitung und des Schwarzwälder Boten bei einer Benefizaktion von November vergangenen Jahres bis Ende Januar 2020 für die "Katharinenhöhe" in Schönwald gespendet. Es war die zweite Sammlung für die Reha-Klinik, die seit mehr als 100 Jahren wichtiger Begleiter für schwerkranke Kinder, Jugendlicher und deren Familien ist. Tatkräftig unterstützt wurde die Spendenaktion erneut von Marianne Mack und ihrem Hilfsverein Santa Isabel. Im Interview erklärt die Frau von Europa-Park-Chef Roland Mack ihre Motivation, der "Katha" zu helfen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Klinik hat und wie es ihrer eigenen Familie in der aktuellen Situation geht.

Frau Mack, 525 730,56 Euro wurden für die Katharinenhöhe gespendet. Ihre Bilanz in einem Wort?

Sensationell!

Die Summe bedeutet noch mal eine deutliche Steigerung gegenüber der Aktion im Vorjahr, als knapp 400 000 Euro zusammenkamen. Wie erklären Sie sich die große Resonanz?

Schon 400 000 Euro Spenden von über 4300 Menschen haben uns tief berührt. Doch 525 730,56 Euro von genau 6383 Lesern des Schwarzwälder Boten und der Lahrer Zeitung gehen einfach zu Herzen. Ich glaube, dass die Menschen erkannt und gefühlt haben, wie wichtig die Katharinenhöhe für die leidgeprüften Kinder und deren Familien ist. Ihre Berichterstattung und die des Schwarzwälder Boten haben tiefe und ergreifende Einblicke in das Schicksal der leidgeprüften Kinder und deren Familien gegeben. Die Leser haben die Wichtigkeit, die Wertigkeit und die Notwendigkeit gespürt. Und sie haben gespendet in dem Bewusstsein, dass jeder Cent ankommt und verantwortungsvoll und ausschließlich zum Wohle der schwerstkranken Kinder und deren Familien ausgegeben wird.

Worin liegt Ihre persönliche Motivation, sich für die "Katha" zu engagieren?

Jeder, der die Katharinenhöhe besucht, mit den Mitarbeitern spricht, mit Stephan Maier, dem Leiter der Einrichtung, und die kleinen und großen Patienten erlebt und begleitet, versucht zu helfen. Und wenn Ihnen eine weinende Mutter berichtet, dass ihr kleiner, krebskranker Sohn nach drei Wochen intensiver Behandlung wieder laufen kann, lacht und spielt, ist das für mich die größte Motivation zu helfen.

Sehen Sie in der erfolgreichen Spendenaktion in diesen schwierigen Tagen ein besonderes Zeichen der Hoffnung?

Eindeutig ja! Wir sind soziale Wesen, wir kümmern uns um unsere Kranken und Alten und wir vergessen sie nicht – egal, wie viele eigene Sorgen und Ängste uns bedrücken.

Ein Fest anlässlich der Spendenübergabe konnte dieses Jahr wegen Corona nicht gefeiert werden. Ende März wurde die Katharinenhöhe zum Schutz der jungen Patienten und Mitarbeiter geschlossen. Wie sehr schmerzt Sie das?

Stephan Maier hat die Katharinenhöhe schweren Herzens und aus freien Stücken geschlossen. Allein die Anreise wäre schon ein großes Risiko für die geschwächten Kinder gewesen. Die Familien der vorläufig letzten Reha sind mit Tränen in den Augen nach Hause gefahren. Sie wären am liebsten alle gemeinsam in der Katharinenhöhe geblieben. Es schmerzt mich sehr, dass wir nicht gemeinsam mit den Mitarbeitern und den leidgeprüften Familien feiern konnten. Meine Familie und ich hatten uns auf ein Wiedersehen mit allen Beteiligten gefreut. Wenn Sie diese starken Kinder und Eltern erleben – diese Dankbarkeit und Freude, die nicht nur etwas mit Geld, sondern mit großer Wertschätzung und Anteilnahme zu tun hat, in sich aufnehmen, ist das ein ganz besonderes Erlebnis. Doch keine Frage, die Entscheidung von Stephan Maier war die einzig richtige.

Das gespendete Geld soll in den Neubau einer Physiotherapie fließen. Gibt es bereits Pläne für kommendes Jahr?

Die Physiotherapie ist eine absolute Notwendigkeit. Und ich bin sehr glücklich, dass sich alle Partner wieder gemeinsam für die Katharinenhöhe engagieren möchten – der Schwarzwälder Bote, die Lahrer Zeitung, Landrat Sven Hinterseh, das Eishockey-Team der Schwenninger Wild Wings, wir mit unserem Verein "Santa Isabel – Hilfe für Kinder und Familien" und natürlich der Europa-Park.

Bei der Spendenaktion gab es auch etwas zu gewinnen. Unter anderem haben Sie versprochen, vier Wohltäter zum Mittagessen einzuladen. Wissen sie schon von Ihrem Glück und wohin führen Sie sie aus?

Die Glücklichen sind ermittelt und ich freue mich sehr auf das gemeinsame Mittagessen im Schloss Balthasar. Schon im vergangenen Jahr waren wir mit vier Spenderinnen dort in fröhlicher Runde und haben wunderbar gegessen.

Um ein Thema kommt man dieser Tage nicht herum: Am 28. März hätte der Europa-Park in die Sommersaison starten sollen, was aus bekannten Gründen nicht möglich war. Wie ist die Stimmung bei der Familie Mack?

Der Park blüht und grünt wie nie zuvor. Er wird gepflegt und gehegt. Er ist bereit und wartet geduldig auf strahlende Kinderaugen und lachende Menschen. Unsere Stimmung schwankt. Die Menschen fehlen, unsere Mitarbeiter haben zum Teil Kurzarbeit, darüber sind wir alles andere als glücklich. Unsere Zulieferfirmen haben große Verluste, in Rust stehen die Betten leer – auch das bereitet uns Sorgen. Wann es weitergehen wird, weiß keine Mensch. Doch es wird weitergehen und es ist nicht die erste Krise, die wir erleben und überstehen werden. Denn wir halten als Familie zusammen und zu allen Partnern und Freunden. Wie heißt es so schön: Gemeinsam sind wird stark.

Die Fragen stellte Felix Bender. 

Copyright: Lahrer Zeitung