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Selbst Trinkgeld geht an die Kinder

Elke und Fritz Beck engagieren sich in ihrer "Waldau Schänke" seit vielen Jahren beispiellos für die Reha-Klinik.

In der "Waldau Schänke", zwischen Königsfeld und Hardt, ist das ganze Jahr über Katharinenhöhe-Zeit. Seit rund zehn Jahren sammeln Elke und Fritz Beck mit ihrem Team für die krebskranken Kinder und ihre Familien. Der Grund ist so einleuchtend wie bemerkenswert: "Uns geht es allen so gut, deshalb wollen wir was abgeben", sagt Fritz Beck. In manchen Jahren kommen da um die 20 000 Euro zusammen.

Und wer schon einmal bei einer der kulturellen Veranstaltungen in der imposanten Tenne unterm Dach des alten Bauernhofs war, der weiß, mit welcher Entschlossenheit und Gewissenhaftigkeit für den guten Zweck gesammelt wird. "Für uns zählt jeder Cent."

Die "Waldau Schänke" ist circa 500 Jahre alt, 250 Jahre davon stand das Gebäude als Henselehof in Hardt. Dort wurde es einst abgebaut und an der idyllischen Stelle gleich unterhalb der Burg Waldau als Hof Beck wieder aufgebaut.

Der Hof ist das Elternhaus von Fritz Beck, dort wurde er geboren. Heute wohnt er mit seiner Familie gleich ums Eck. Seit zwölf Jahren restauriert der gelernte Werkzeugmacher den Hof liebevoll, baut ihn sorgsam zur "Schänke" um. Wo einst der Stall war, werden heute die Gäste mit Flammkuchen, Schinken in Brotteig und Wurstspezialitäten umsorgt.

"Wir backen das Brot heute noch so, wie es bereits vor 100 Jahren hergestellt wurde", so Fritz Beck.

Zwischen dem Restaurant im Erdgeschoss und dem großen Veranstaltungsraum unterm Dach finden sich noch Übernachtungsangebote für Hochzeitsfeiern und, ganz neu, ein Seminarraum. Den hat Fritz Beck in der Corona-Pause fertiggestellt. "Wir haben quasi einmal das ganze Haus umgedreht."

Das Engagement für die Katharinenhöhe begann an Weihnachten 2012. Statt Geschenken für sein Service-Team spendete das Paar für die Reha-Klinik. Je mehr sich die Familie mit der Einrichtung beschäftigte, desto größer wurde ihr Einsatz. Und sie steckten ihr Team an: So sammeln die zehn Service-Kräfte ihr Trinkgeld und geben es komplett nach Schönwald weiter. Und die Einnahmen aus den musikalischen Veranstaltungen, Lesungen und Volksliedersingabenden werden ebenfalls ohne Abzug an die krebs- und herzkranken Kinder, Jugendlichen und Eltern weitergereicht. Am Erfolg sind noch mehr beteiligt: Die Künstler, meist stammen sie aus der Region, verzichten auf ihr Honorar, und manch ein Gast zeigt sich zugunsten der Katha besonders großzügig. Fritz Beck: "Es macht allen Spaß zu helfen."

Alle zwei Monate bringen die Becks das Geld dann persönlich, gesammelt in einem extra hergestellten kleinen Spendenhaus aus Glas, zu Stephan Maier auf die Katharinenhöhe. Der Geschäftsführer selbst ist auch gerne und oft zu Gast in der "Waldau Schänke". "Ihr Engagement ist überwältigend", versicherte er jüngst erst wieder Elke und Fritz Beck. "Regelmäßig ist die Familie Beck auf der Katharinenhöhe, und es ist eine wertvolle und segensreiche Freundschaft entstanden. Gerne sind auch die Gäste der ›Waldau Schänke‹ eingeladen, sich vor Ort über unsere Arbeit zu informieren", sagt Stephan Maier.

Copyright: Schwarzwälder Bote