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Sicher vernetzt

Wie junge Menschen mit Krebs Halt und Hilfe finden können Von Andrea Böhnke, Magdalena Hamm, Sonja Helms und Sven Stillich © KangHee Kim, aus der Serie "Street Errands", 2019 Dieser Artikel stammt aus der ZEIT-Doctor-Beilage: Wie junge Menschen mit Krebs ihr Leben bewältigen

Du bist nicht allein

Junge Patienten stärken sich gegenseitig

Krebs gilt als Krankheit des Alters. Doch auch etwa 16.500 Menschen zwischen 18 und 39 Jahren erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Die Betroffenen haben vergleichsweise wenig Gelegenheit, andere Patienten aus ihrer Altersgruppe zu treffen. Dabei wäre dies enorm wichtig, da sich niemand so in die eigene Lage einfühlen kann wie Gleichaltrige, die Ähnliches durchmachen. Die "Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs" hilft Betroffenen, sich zu vernetzen. In fast 30 Städten gibt es "Treffpunkte" – Selbsthilfegruppen, die auf Wunsch sogar Rat von Medizinern oder Psychologen einholen.

Gut umsorgt

Nach der Therapie in den richtigen Händen

Die Nachsorge ist für alle Krebserkrankten wichtig, junge Menschen haben aber andere Bedürfnisse als ältere und brauchen auch eine besondere Ansprache. Gut, dass es für sie erste spezielle Anlaufstellen gibt: Die Rehaklinik Katharinenhöhe im Schwarzwald hat sich auf junge Krebspatienten spezialisiert und betreut sie vier Wochen lang in kleinen Gruppen unter ihresgleichen. Das Programm Care for Caya (Children, Adolescents and Young Adults) unterstützt hingegen die ambulante Nachsorge: mit medizinischer und psychologischer Begleitung sowie Beratung zu Ernährung, Sport und beruflicher Zukunft.

Corona-Wissen

Informationen gegen die Unsicherheit

Die Covid-19-Pandemie verunsichert viele Krebskranke, weil sie mitunter zu den Risikopatienten zählen können. Auf der Website onkopedia.com der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie finden sie aktuelle Informationen, bezogen auf unterschiedliche Krebsarten: von A wie Akute Lymphatische Leukämie bis W wie Weichgewebssarkome. Ebenfalls seriöse Auskunft zu Corona und Krebs bietet die Seite krebsinformationsdienst.de.

Kinderwunsch erfüllen

So bleibt die Chance auf eine Familie erhalten

Möchte ich später Kinder bekommen? Diese Frage steht bei jungen Krebskranken nach der Diagnose häufig im Raum, da manche Tumorarten oder Behandlungen die Fruchtbarkeit gefährden können. Die gute Nachricht ist: Betroffene müssen ihren Kinderwunsch nicht aufgeben, sondern können vor der Therapie Eizellen, Spermien und Keimzellgewebe für spätere künstliche Befruchtung einfrieren lassen. Im Mai 2019 wurde gesetzlich sogar festgelegt, dass die Kassen die Kosten hierfür übernehmen müssen. Leider ist aber noch nicht geregelt, wie dies in der Praxis umgesetzt werden soll, und die Einigung kann sich noch bis Ende des Jahres hinziehen. Dennoch empfehlen Experten den Patienten, die Erstattung schon jetzt zu beantragen, denn manche Kassen bewilligen sie bereits.

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