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Wie eine Handvoll junger Sportler mit einer großen Klappe für die gute Sache kämpft

Die Gruppe „Harz2 O‘Weiher“ ist bekannt für bissige Beiträge auf Instagram und witzige Auftritte an Spaß-Turnieren in der Region. Jetzt geht die sportbegeisterte Mannschaft jedoch ein ernstes Thema an.

Als sie sich am 1. Juli auf Instagram an ihre knapp 650 Fans wandten, gab es für einmal nichts zu lachen. Denn normalerweise berichten die 19 Freizeitsportler, die sich unter dem kryptischen Namen „Harz2 O‘Weiher“ zusammengeschlossen haben, auf der Foto-Plattform in satirischen Beiträgen von ihren Aktivitäten. Da verabschieden sie sich nach einem gewonnenen Beach-Handballturnier schon einmal mit den Worten: „Nächstes Mal wünschen wir uns Gegner, keine Opfer.“ Oder sie weisen beim Abschluss eines Sponsorenvertrags mit einem Getränkehersteller darauf hin, dass dessen Brause seit jeher „essenziell für unsere hochgezüchteten Körper ist“. Und dann kamen diese Spaßkanonen plötzlich mit einem ernsten Thema an. Immer während der Sommermonate bildet „Harz2 O‘Weiher“ eine Mannschaft und reist zu Spaß-Turnieren in der Region. Mit ihrer guten Laune und den vorlauten Sprüchen sind sie mittlerweile eine Bekanntheit geworden.

Reichweite für den guten Zweck

Es ging um Krebs. Peter Assfalg hatte zuvor sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Nachsorgeklinik Katharinenhöhe in Schönwald gemacht und davon bleibende Eindrücke mitgenommen. „Ich dachte, wir könnten die Reichweite, die wir mit unseren satirischen Berichten erreicht hatten, auch mal für einen guten Zweck nutzen“, sagt der St. Georgener. Am besagten 1. Juli ging „Harz2 O‘Weiher“ dann mit der Bitte auf ihre Fans zu, die Klinik mit Spenden zu unterstützen. „Wir rechneten erst einmal mit keiner großen Resonanz, und dann waren wir plötzlich Stadtgespräch“, erinnert sich sein Mannschaftskollege Yannik Abelmann. Ihre Unverfrorenheit nutzten sie fortan, um bei verschiedenen Spaß-Turnieren in der Region um Spenden zu werben. „Etwa beim Weiherball haben wir am Eingang einfach die Leute in der Warteschlange angesprochen, da konnte keiner weglaufen“, erzählt Assfalg schmunzelnd.

Der Sport wird beinahe zur Nebensache

Und auch beim St. Georgener Stadtlauf sind sie, statt durchs Ziel zu sprinten, mit der Spendendose zu den Zuschauerreihen gegangen. „Die Motivation ist unglaublich“, so der 20-Jährige“, selbst die Jüngeren bei uns, die in ihrem Leben nie gespendet hätten, gehen jetzt offen auf andere Leute zu und sammeln Spenden ein.“ Der Spaß ist ihnen dabei nicht abhanden gekommen. Schon planen sie neue Aktionen wie „Fordert uns heraus“, bei der sie sich in anderen Sportarten versuchen wollen. „Egal ob Billard, Klettern oder E-Sport – wir machen alles“, sagt Assfalg. Auch auf der Katharinenhöhe wollen sie demnächst ein eigenes kleines Turnier für die Kinder in der KrebsNachsorge auf die Beine stellen. Dort dürfte die Freude groß sein: Alleine in diesem beiden Sommermonaten haben die Sportler 1013 Euro Spenden an die Klinik übergeben.

Copyright: Südkurier