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Die Katharinenhöhe – ein Kraftort für Familien

Die Katharinenhöhe begleitet schwer kranke Kinder und ihre Familien durch schwierige Zeiten. Dank der großen Spendenbereitschaft kann sie wichtige Angebote fortführen und ausbauen.

Lautes Lachen hallt durch den neuen Indoor-Spielplatz der Katharinenhöhe. Manchmal mischt sich auch ein schrilles Kreischen darunter – und kurz darauf erscheint ein Kind im Auslauf der silbernen Röhrenrutsche. Nur um sogleich aufzuspringen und sich seine nächste Herausforderung zu suchen: Über die Kletterwand geht es ein Stockwerk hinauf, durch den kleinen Hochseilgarten zurück nach unten. Oder man stellt sich dem niedrigeren Klettergerüst in der oberen der beiden Etagen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und sie haben ein ganz konkretes Ziel: wieder Mut zu fassen. Wieder zu erleben, wie viel der eigene Körper leisten kann. Denn für diese Kinder ist das keine Selbstverständlichkeit: Sie haben harte Monate, teils auch Jahre hinter sich. Bei einigen hat der Kampf mit der Krankheit Spuren hinterlassen. Doch auf der Katharinenhöhe tanken sie zusammen mit ihrer Familie neue Kraft und fassen wieder Mut. Lachen, Gemeinschaft und eine Auszeit von den Alltagssorgen – darum geht es.

Auch Stephan Maier, Geschäftsführer der Rehabilitationsklinik für krebs- und herzkranke Kinder mit ihren Familien und für junge Menschen, weicht das Lächeln an diesem Tag nicht aus dem Gesicht, als er seine Gäste durch das im Herbst eingeweihte Therapiezentrum mit dem Namen Birgitta-Hermle-Haus führt. Möglich wurde der Neubau auch durch die Hilfsbereitschaft vieler Leser und Hörer: Bei der Spendenaktion „Gemeinsam für die Katharinenhöhe“ machen sie die Klinik Jahr für Jahr zu ihrem Herzensprojekt.

Bereits seit 2018 läuft das Projekt der Partner Schwarzwälder Bote, Lahrer Zeitung, Neckarquelle, antenne 1 Radio Neckarburg Rock & Pop, Europa-Park, der Schwenninger Wild Wings sowie des Vereins „Marianne Mack – Santa Isabel Hilfe für Kinder und Familien“.

Was diese Unterstützung bewirkt, ist auf dem Gelände der Rehaklinik sicht- und spürbar. Es steckt im unbeschwerten Toben der Kinder im Indoor-Spielplatz genauso wie in dem Lied, das sie ihren Besuchern darbieten: „Ich habe keine Angst, weil du keine hast“, singen sie laut. Und: „Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich meine Angst besiege.“

Patienten kommen wieder auf die Beine
Die Katharinenhöhe soll ihnen genau dabei helfen. Denn vor dem Indoor-Spielplatz stehen für viele der jungen Patienten andere Schritte: Einige tragen Prothesen, andere sitzen im Rollstuhl. Alle von ihnen haben psychisch belastende Momente hinter sich, einige Chemotherapien, einige Operationen. Im Therapiezentrum sollen sie „wieder ins Leben und wieder auf die Beine kommen“, sagt Maier – und meint das nicht nur im übertragenen Sinne.

In puncto Physiotherapie ergeben sich bereits jetzt durch das neue Therapiezentrum bislang ungeahnte Möglichkeiten. Die Umsiedlung der Ganganalyse in neue Räume, die genug Platz für die kamera- und computerbasierte Analyse bieten, und der Umzug des Lokomotionsgeräts sollen diese positive Entwicklung noch befeuern. Und dort, wo einst die Ganganalyse unterkam, soll künftig Kunsttherapie stattfinden.

Ein Großprojekt abgeschlossen – das nächste steht schon an
Denn auch wenn mit dem Bau des neuen Therapiezentrums ein Mammutprojekt abgeschlossen ist, blickt Maier nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne. Die nächsten großen Aufgaben stehen nämlich schon an. Die Familienzimmer in den 1982 in Betrieb genommenen Gebäuden der Katharinenhöhe sollen grundsaniert und modernisiert werden. Abwasser, Brandschutz und einfach größere, schönere Zimmer – die Liste der Baustellen ist lang, sagt Maier. Erste Abrissarbeiten sind bereits im Gange.

Wie wertvoll die Zeit auf der Katharinenhöhe nicht nur für krebs- und herzkranke Kinder sowie ihre Familien, sondern auch für Patienten im jungen Erwachsenenalter ist, ist unübersehbar. Manche Patienten, erklärt Chefarzt Siegfried Sauter, machten in den vier Wochen auf der Katharinenhöhe mehr Fortschritte als in einem Jahr Therapie zu Hause.

„Man beginnt wieder, den Tag gerne zu leben“
Dabei geht es um viel mehr als körperliche Genesung. Das wird im Gespräch mit den jungen Erwachsenen deutlich. Teils waren sie schon als Kinder auf der Katharinenhöhe und sind nun, nach gesundheitlichen Rückschlägen, für eine weitere Reha zurückgekehrt. Hier schöpfen sie neue Kraft. Man werde nicht nur physisch fitter, erklärt eine Patientin. Auch psychisch spüre sie nach gut drei Wochen Fortschritte. „Man beginnt wieder, den Tag gerne zu leben.“

Vier Wochen, die lange im Gedächtnis bleiben
28 Tage verbringen die Familien, die aus weitem Umkreis kommen, auf der Katharinenhöhe. Für viele ist es ein Erlebnis, das sie nie wieder vergessen, berichtet Aline Rotter-Focken. Die Wahl-Tribergerin und Olympiasiegerin im Ringen lernt bei ihren Besuchen auf der Katharinenhöhe viele Familien persönlich kennen – und immer mal wieder bleibt das nicht die letzte Begegnung. Im Taunus und am Niederrhein habe sie schon Familien wiedergetroffen, berichtet Rotter-Focken. „Die haben sich sofort an die Zeit auf der Katha zurückerinnert“ – auch noch nach Jahren.

Copyright: Schwarzwälder Bote

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